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Seit langer Zeit war es uns ein Anliegen, unser Raum- und Materialangebot zu ergänzen, anzupassen und noch klarer zu strukturieren. Leider blieb hierfür im normalen Kita-Alltag nicht die Zeit, die in der Theorie erarbeiteten, diskutierten und festgelegten Ergebnisse praktisch umzusetzen......

und dann kam CORONA. Endlich fanden wir neben zahlreichen anderen administrativen Aufgaben, die im Alltag oft zu kurz kommen, diese Pläne in die Tat umzusetzen. Wochenlang wurde gewerkelt, gebastelt, kopiert, laminiert, geräumt, gekennzeichnet und die Umsetzung der der theoretsich längst erarbeiteten Pläne konnte verwirklicht werden. Ziel war es, den Räumen eine Struktur zu geben, die es den Kindern erleichtert möglichst selbsttägig zu werden und das vorhandene, vorgefertigte Spielmaterial durch selbsthergestelltes, experimentelles Material zu ergänzen. Immer wieder gab es Widrigkeiten, die dieses Vorhaben blockiert hatten. Nach der Fortbildung, die wir vor mehr als einem Jahr zu diesem Thema durchgeführt hatten, waren alle höchst motiviert und hätten am Liebsten sofort damit losgelegt die vielen Impulse umzusetzen. Endlich konnten nun alle "ihre" Räume so gestalten, wie sie es sich vorgestellt hatten und alle freuten sich darauf wie es sein wird, wenn die Kinder die neuen Räume in Beschlag nehmen und das Material auskosten würden.

Das, durch Corona erforderliche, Hygienekonzept macht nun jedoch das offen Arbeiten unmöglich. Es mussten Gruppen neu zusammengestellt werden; die Kinder dürfen nicht wie gewohnt ihre Spielbereiche über das gesamte Haus auswählen sondern sind auf einen Raum festgelegt; manche Kinder sind nicht mit ihren Freunden in der Gruppe und dürfen deshalb nicht mit diesen spielen; Garten und Essenzeiten sind vorgebeben.

Wir setzen diese Einschränkung so um, dass jede Gruppe zwei Wochen in einem Raum verbleibt und diesen ausgiebig nutzen kann, danach wird gewechselt. Der Vorteil hieran ist, dass alle Kinder mal in den Genuss jedes Raums kommen und sich dort intensiv mit dem vorhandenen Angebot auseinandersetzen kann. Der Nachteil ist, dass wir hierdurch die neuen Strukturen gleich wieder aufweichen mussten und durch "Raum untypisches Material" ergänzen mussten. So finden sich im Atelier und Bau- und Spielzimmer inzwischen auch Bilderbücher und Gesellschaftsspiele u.ä. Die Kinder können nicht so wie gewohnt ihren eigentlichen Interessen nachgehen sondern müssen sich auf das Angebot im entsprechenden Raum einlassen und die Erzieher*innen nicht in ihrem eigentlichen Funktionsbereich verbleiben können um dort die festgelegten Regeln einzuführen und konsequent zu verfolgen.

Es bleibt zu hoffen, dass diese einschränkenden Vorgaben sich bald wieder aufheben lassen und wir alle zurück in unser geliebtes, offenes Arbeiten kehren können.

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